9 Tipps für schöne Kinderfotos – ohne Gesicht

Wir haben auf Instagram mitbekommen, dass sich immer mehr Eltern intensiv mit dem Thema auseinander, ob man Fotos seiner Kinder in den sozialen Medien posten sollte oder nicht.

Fakt ist, jeder sollte sich darüber ausreichend Gedanken machen und Fakt ist auch, man kann wunderschöne Fotos machen – auch ohne das Gesicht des Kindes zu zeigen.

Und genau dafür wollen wir dir 9 wertvolle Fototipps mit auf den Weg geben!

Foto-Tipp 1: Sind Kinderfotos ohne Gesicht langweilig?

An Bilder erinnern wir uns leichter als an Texte. Je „besser“ oder „emotionaler“ das Bild ist, desto mehr bleiben wir daran hängen.

Wie schafft man es nun ein „gutes“ oder emotionales Bild zu machen? Und wann ist ein Bild überhaupt „gut“?

Das ist mit Sicherheit eine sehr subjektive Frage. Es gibt allerdings viele Möglichkeiten auf die Wirkung eines Bildes Einfluss zu nehmen, es dadurch interessanter zu machen und dafür zu sorgen, dass der Betrachter an einem Bild hängen bleibt – auch ohne das Gesicht des Kindes zu zeigen. Denn ein gutes Bild lebt nicht nur von der Mimik und Gestik im Gesicht.

In unserem ersten Tipp haben haben wir zunächst 5 allgemeine Bildideen für dich, auf denen du die Anonymität deines Kindes wahrst:

1. Von hinten fotografieren: Um das Gesicht deines Kindes nicht zu zeigen, ist der einfachste Weg, es von hinten zu fotografieren.

2. Nur Körperteile fotografieren: Anhand von Füßen oder Händen kann kein Kind erkannt werden

3. Auf ein Element im Vordergrund fokussieren: Während der Eimer im Vordergrund scharf zu sehen ist, sind deine Kinder im Hintergrund kaum zu erkennen, da sie unscharf abgebildet werden.

4. Gegen das Licht fotografieren: Vielleicht hast du dich sonst über zu dunkle Personen geärgert, wenn du gegen das Licht fotografiert hast. Du kannst es aber auch als Stilmittel nutzen, da deine Kinder dadurch so dunkel sind, dass sie nicht mehr zu erkennen sind.

5. Nutze auch den Moment, wenn dein Kind nach unten schaut, so dass das Gesicht nicht mehr zu erkennen ist oder das Gesicht zufällig durch etwas verdeckt wird.

Foto-Tipp 2: Mein Kind macht nicht mit!

Kinder wollen sie selbst sein. Sie wollen sich frei bewegen, spielen und entdecken. Und es ist immer toll, wenn dein Kind auch die Möglichkeit dazu hat, wenn du Fotos von ihm machst. Nur so kannst du wirklich echte Emotionen einfangen und auch die Persönlichkeit deines Kindes auf den Bildern zum Vorschein bringen. Dir als Mama nimmt diese Herangehensweise zudem großen Druck und die Gedanken, dass dein Kind „nicht gut mitmachen könnte“, denn welches Kind hat keinen Spaß daran die Welt zu entdecken! ☺

Mit „Mach mal dies oder lach mal“ wirst du kein authentisches Kinderfoto erhalten. Bei Kindern endet das nicht häufig in verbalem Protest oder was vielleicht sogar wahrscheinlicher ist, dass es generell genervt wegläuft oder sich versteckt, sobald es die Kamera erblickt.

Eine wichtige Voraussetzung für „echte“ Bilder ist: Lass dein Kind ganz unbefangen spielen, während du fotografierst, denn nur so entstehen authentische Bilder mit echten Momenten. Für den Fall, dass mal Langeweile aufkommt, gibt deinem Kind eine Beschäftigung. Lass es Blumen, Blätter, Stöckchen oder Schnecken sammeln, lass es Seifenblasen pusten, einen selbst gebastelten Papierflieger fliegen oder zu Musik tanzen. Den Ideen sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Da die Mimik und Gestik im Gesicht auf deinen Bildern wegfällt, konzentriere dich vor allem auf die Bewegungen und die Körperhaltung. Fotografiere dein Kind, wenn es über eine Wiese rennt, wenn es tanzt, wenn es sich ganz konzentriert mit einer Sache beschäftigt etc.

Mit ungeplanten Bildern, die spontan und nebenbei entstehen, kann man die schönsten, ehrlichsten und emotionalsten Momente einfangen!

Foto-Tipp 3: Ein professioneller Bildlook

Hier verraten wir dir einen Faktor, der einen großen Einfluss auf die Bildwirkung hat! Ein unscharfer Hintergrund ist für viele Menschen DAS Qualitätsmerkmal eines guten Fotos. Ein verschwommener Hintergrund lenkt die Aufmerksamkeit sofort auf das eigentliche Motiv.

Wenn du dich mal umschaust, wirst du merken, dass das menschliche Auge ganz ähnlich arbeitet. Beim Lesen eines Buches z.B. ist der Hintergrund hinter dem Buch auch unscharf, weil das Auge nur die Buchseite scharf sieht und fokussiert.

Ein unscharfer Hintergrund lässt ein Foto deutlich professioneller und interessanter erscheinen. Genau deshalb streben so viele Menschen nach genau diesem Stilmittel und verzweifeln auch gerne daran. So ging es uns auch! Oft verbunden mit dem Eindruck, dass dafür eine besonders gute und teure Kamera benötigt wird. Dabei kommt es viel mehr auf das Wissen über bestimmte Faktoren und deren Zusammenhänge an, die diese unscharfen Hintergründe entstehen lassen. Das heißt auch du kannst das umsetzen – auch wenn du keine Profikamera besitzt!

Ein Faktor, der verantwortlich für einen verschwommenen Hintergrund ist, ist die Blende:

Je KLEINER die Blendenzahl, desto KLEINER der scharfe Bereich im Bild, desto UNSCHÄRFER der Hintergrund!

Das bedeutet konkret: Möchtest du wie auf dem Foto oben nur die Hand mit dem Eimer scharf haben und der Hintergrund soll schön verschwimmen, dann wähle eine möglichst kleine Blendenzahl, z.B. zw. f/1.6 – f/2.0.

Gerade, wenn der Hintergrund nicht besonders schön ist, kann man so den Fokus weg von störenden Elementen im Hintergrund hin zum eigentlichen Motiv lenken.

Foto-Tipp 4: Das kann dein Bild zerstören!

Farben (und auch Muster) beeinflussen unsere Emotionen und haben einen entscheidenden Einfluss darauf, wie harmonisch ein Bild am Ende wirkt.

Bestimmte Farben ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Falsch eingesetzt, können Farben so aber auch die Wirkung eines Bildes zerstören.

Es lohnt sich beim Griff in den Kleiderschrank zu überlegen, welche Kleidungsstücke gut miteinander harmonieren, wenn du vorhast ein paar Bilder von deinen Kindern zu machen. Vor allem, wenn du Geschwisterbilder machst und die Kinder farblich aufeinander abgestimmt sind, erzeugt dies Ruhe im Bild und unterstreicht die Verbindung zwischen ihnen.

Wie Farben auf uns wirken (sollen), lernen wir im Großen und Ganzen von klein auf. Ergänzt werden diese antrainierten Farbassoziationen durch persönliche Erfahrungen und unseren individuellen Geschmack. Doch es besteht eine gewisse Allgemeingültigkeit bezüglich einer grundsätzlichen Tendenz oder Charakteristik einer Farbe:

  • Kalte Farben passen oft gut zusammen oder warme
  • Ähnliche Farben harmonieren miteinander
  • Pastellfarben wirken harmonisch miteinander und eignen sich hervorragend für Babyfotos, denn sie wirken positiv, leicht und zart

Und nebenbei: Wilde, unruhige Muster, große Logos, Schriften, Prints, Markenembleme oder Kindermotive lenken stark vom eigentlichen Motiv ab. Wähle deshalb eher schlichte Kleidung.

Wir persönlich finden es zudem schön, fein- und grobgestrickten Kleidungsstücke zu kombinieren, denn das erzeugt Kontraste, die auf den Fotos einfach toll wirken.

Foto-Tipp 5: Das wertet deine Bilder sofort auf

Wieso schaut man das eine Bild lieber an als das andere, obwohl qualitativ kein Unterschied besteht?

Dafür gibt es eine ziemlich einfache Erklärung: Das Zauberwort heißt „GOLDENER SCHNITT“. Der goldene Schnitt ist eine Art Hilfsmittel, welches dich beim optimalen Bildaufbau unterstützt und ein Seitenverhältnis bestimmt, welches auch in der Natur oft zu finden ist. Vielleicht empfinden wir es gerade deshalb als sehr angenehm und stimmig.

Der goldene Schnitt steigert die Qualität und Professionalität eines Bildes ungemein, weshalb er in etlichen Fotografien erkennbar ist. Er kann deine Fotos nochmal deutlich aufwerten.

Der goldene Schnitt besteht ungefähr aus einem 1/3 und 2/3 Verhältnis – ganz exakt aus einem Verhältnis von 61,8% zu 38,2%. Das Ganze lässt sich natürlich sowohl horizontal wie auch vertikal anwenden.

Genau auf einem dieser Punkte sollte man nun das wichtigste Element eines Motivs fokussieren.

Vereinfacht kann man sagen, dass das abgelichtete Motiv immer ein Stück versetzt zur Mitte aufgenommen wird, also bspw. der Kopf nicht mittig, sondern auf einem der Punkte platziert wird. Diese Aufteilung wird von uns als wesentlich stimmiger und angenehmer empfunden.

Viele Kameras bieten bereits eine optional zuschaltbare Schablone an, damit Du schon während der Aufnahme die Bildaufteilung berücksichtigen kannst. Die Einstellung nennt sich oft „Gitterlinien”. Wo genau du diese findest, schaust du im Handbuch deiner Kamera unter dem Begriff „Gitterlinien“ nach (die Handbücher zu allen Kameramodellen gibt es auch online).

Foto-Tipp 6: Ein simpler Trick mit großer Wirkung

Es ist total ärgerlich, wenn du den perfekten Moment erwischst und dann ziehen der grelle Mülleimer oder die vorbeilaufenden Personen im Hintergrund die volle Aufmerksamkeit auf sich. Oder – das ist dir vielleicht auch schonmal passiert – dir fällt hinterher auf dem Foto auf, dass deinem Kind ein Baum aus dem Kopf oder ein Ast aus der Nase wächst.

→ Damit dein Kind auf den Fotos voll im Fokus steht und nichts von ihm ablenkt, schaue dir also vorher den HINTERGRUND genau an: Stehen störende Elemente herum? Befinden sich im Hintergrund grelle und unruhige Farben oder Muster?

Manchmal verändert sich der Hintergrund schon, wenn du deine Position nur ein klein wenig veränderst, einen Schritt zur Seite gehst oder aus einer anderen Richtung fotografierst. Dein Kind muss die Position dabei gar nicht verlassen.

Probiere es einfach mal aus: Laufe um dein Kind herum oder verändere den Winkel ein wenig und schaue, wie sich der Hintergrund auf deinem Bild verändert. Es macht einen großen Unterschied und deine Bilder werden wesentlich harmonischer wirken!

Ein recht simpler Trick mit großer Wirkung!

Foto-Tipp 7: Kleine Dinge ganz groß

Wenn du das Gesicht deines Kindes nicht zeigen möchtest, dann kannst du dich super auf Detailbilder konzentrieren.

Die Kleinen werden so schnell groß und deshalb ist es extrem wertvoll, die auf den ersten Blick unscheinbaren aber bedeutungsvollen Details der Kindheit fotografisch festzuhalten.

Denn sie können so viel mehr erzählen als Aufnahmen der gesamten Szene, da sie den Blick des Betrachters auf die Dinge lenken, die wir sonst einfach übersehen. Und oft sind es gerade diese kleinen besonderen Details, an die wir uns später gern erinnern.

Bei einem Betrachter lösen Detailaufnahmen allzu oft Neugier auf die Geschichte hinter dem Bild aus. Denn Detailaufnahmen mit ihren Ausschnitten aus dem Leben lassen viel Raum für Gedanken.

Bei Babyfotos betonen Detailaufnahmen insbesondere die Einzigartigkeit und Besonderheit des kleinen Wesens.

So gehst du vor:

  • Es klingt so einfach, ist aber ausschlaggebend: Trau dich ganz nah heranzugehen und bestimme ganz unterschiedliche Dinge, die mal im Mittelpunkt stehen sollen.
  • Wähle eine kleine Blendenzahl (siehe auch Tipp 3), damit der Schärfebereich ausschließlich auf dem Detail liegt und der Rest im Bild schön verschwimmt. So hebt sich das Detail deutlich ab.
  • Achte darauf, dass der Hintergrund möglichst ruhig und harmonisch ist (siehe auch Tipp 6), damit nichts von deinem Motiv ablenkt und der Fokus voll auf dem Detail liegt.
  • Teste verschiedene Perspektiven: Dein Foto wird jedes Mal eine völlig andere Bildwirkung mit sich bringen.

Foto-Tipp 8: Das macht dein Bild interessant

Fotos sind naturgemäß zweidimensional, die Realität dagegen nicht!

Dies ist einer der entscheidenden Gründe, warum manch tolle Landschaft auf einem Foto überhaupt nicht mehr spektakulär wirkt. Auf einem Bild kann der Betrachter die Weitläufigkeit einer Landschaft nicht erkennen, weil ihm Bezugspunkte fehlen.

Dies kann man dadurch ändern, indem man beim Fotografieren mehrere Bildebenen einbaut und das Hauptmotiv bspw. zwischen Vorder- und Hintergrund platziert wird. Denn gerade das Einbauen eines Vordergrunds gibt dem Bild wesentlich mehr Tiefe und lässt es interessanter und spannender erscheinen.

Was erstmal kompliziert klingt, ist in Wahrheit ziemlich simpel.

Oben auf dem Foto siehst du das gleiche Motiv einmal mit und einmal ohne einen bewusst eingebauten Vordergrund.

Genutzt habe ich dafür das Laub auf dem Boden (Bild oben). Ich habe mich sehr weit runter bewegt und so fotografiert, dass das Laub noch in das Bild hineinragt. Das Laub erscheint nun verschwommen im Bild und lenkt den Blick auf den scharfen Bereich -mein Hauptmotiv. Das Bild erhält dadurch eine gewisse Tiefe und wirkt in meinen Augen etwas interessanter.

Auf diesem Foto habe ich dafür eine Pflanze genutzt und durch die Blätter hindurch fotografiert.

Probiere es unbedingt mal aus und mache dir beim Erstellen deiner Bilder Gedanken über den Bildaufbau und das Nutzen von Bildebenen!

Foto-Tipp 9: Wenn dein Bild chaotisch wirkt

„Gute“ Bilder sollten harmonisch aufgebaut sein und sich möglichst auf das Wesentliche konzentrieren.

Passen die Farben nicht zusammen, so machen sie ein ansonsten gutes Bild schnell unruhig (siehe auch Tipp 4).

Ein harmonisches Bild ist deshalb vor allem bei spontanen Aufnahmen äußerst schwer zu erreichen.

Wenn man im Vorfeld keine Zeit hatte auf die Kleidung zu achten oder sich an einem unschönen Ort befindet und man somit keinen Einfluss auf die Farben oder die Umgebung nehmen kann, dann kann man durch das Reduzieren auf Schwarz/Weiß ablenkende Elemente einfach ausblenden und den Blick wieder auf das eigentliche Motiv lenken.

Anders, als bei der Farbfotografie, ist es bei der Schwarz/Weiß-Fotografie nicht essenziell notwendig auf die Farbgebung zu achten. Hier stehen vielmehr Licht und Schatten im Vordergrund.

Natürlich ist es durch die Digitale Fotografie sehr einfach geworden die Fotos nachträglich in Schwarz/Weiß umzuwandeln.

Ganz einfach kannst du das mit der kostenlosen App „Lightroom CC“ für das Smartphone machen.

Hier gelangst du direkt zu unseren Tipps zur Bildbearbeitung, sowieso zum kostenlosen Preset.

Für mehr Tipps rund ums Thema Kinderfotografie, folge uns auf Instagram!

Julia: https://www.instagram.com/juliaschlenkrichfotografie

Sina: https://www.instagram.com/sinawiesegart

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