Fotoprojekt: Eine Tagesreportage

Durch eine spontane Idee habe ich vor 2 Jahren das erste Mal meine Kinder einen ganzen Tag mit meiner Kamera begleitet. Jetzt war es wieder soweit und so habe ich Ende August zum dritten Mal eine Tagesreportage gemacht.

Häufig halte ich im Alltag lediglich besondere Meilensteine, witzige Situationen oder Außergewöhnliches fest. Das was unseren Alltag aber wirklich ausmacht, die vielen kleinen, wiederkehrenden Momente, Gewohnheiten, Rituale oder Situationen, die auf den ersten Blick langweilig und wenig spannend erscheinen, geraten in den Hintergrund.

Und genau das war damals meine Motivation: Einen ganzen Tag zu dokumentieren und dabei auch Situationen festzuhalten, die erstmal unspektakulär wirken, aber unseren Alltag maßgeblich bestimmen. Wie schön es ist, sich auch an diese Dinge zu erinnern. Was in bestimmten Lebensphasen gerade wichtig und von großer Bedeutung ist, was sich kein Stück verändert hat (zum Beispiel, dass unser Großer auch zwei Jahre nach der ersten Tagesreportage am liebsten riesige Portionen Frühstücksbrei verdrückt und das fast immer allen anderen Frühstücksangeboten vorzieht).

Vieles davon vergisst man unglaublich schnell. Umso schöner ist es, wenn man ein paar dieser Dinge in der so schnell vorbeiziehenden Zeit mit den eigenen Kindern konservieren kann. Und dabei kommt es mir nicht auf perfekte oder besonders niedliche Fotos an, sondern sie sollen realistisch sein und den Alltag wiederspiegeln – mit allen Ecken und Kanten, Wutanfällen und Glücksmomenten!

Die Kinder einmal im Jahr einen ganzen Tag mit der Kamera begleiten – In meinen Augen ist dies ein absolut lohnenswertes Fotoprojekt!

Ja, es ist irgendwie auch anstrengend gefühlt den ganzen Tag die Kamera nicht aus der Hand zu legen. Aber es ist ein Fotoprojekt, welches man an nur einem einzigen Tag im Jahr umsetzt – und das lässt sich sehr gut planen. Jedes Mal bin ich extrem froh darüber, es erneut wiederholt zu haben, denn man erkennt auf einen Blick nicht nur, wie sehr sich die Kinder in nur einem Jahr entwickelt haben, sondern auch, was sich bspw. nicht verändert hat und an welchen Gewohnheiten sie festhalten.

Vielleicht hast du dich von dieser Idee anstecken lassen und damit du für das schöne Fotoprojekt gut vorbereitet bist, bekommst du jetzt 6 wertvolle Tipps, die dir die Umsetzung garantiert erleichtern werden:

1. Wähle für die Tagesreportage einen Tag im Sommer

Denn gerade, wenn du auch die Aufwachsituationen festhalten möchtest, dann wirst du es im Sommer mit früh aufgehender Sonne lichttechnisch einfach sehr viel leichter haben als im Winter. Denn wachen deine Kinder im Winter um 6.00 Uhr auf, ist es noch stockdunkel. Im Sommer kann es im Zimmer um diese Zeit bereits taghell sein. Auch wirst du die Abendsituationen viel leichter festhalten können. Im Winter kannst du lichttechnisch um 17.00 Uhr bereits große Schwierigkeiten haben.Ich möchte Kunstlicht und damit unschöne Farbstiche auf meinen Bildern vermeiden und da brauche ich den kompletten Tag natürliches Tageslicht.

2. Sei an diesem Tag vor deinen Kindern wach

Denn gerade die Aufwachsituationen und die Verschlafenheit sind oft so süß und lohnen sich festgehalten zu werden. Mache erst noch ein paar Bilder, wenn deine Kinder schlafen und sei dann bereit, sobald sie aufwachen.

3. Achte auf die Kleidung deiner Kinder

Das heißt auf keinen Fall, dass du vor der Umsetzung erstmal neue Klamotten kaufen sollst. Da du deinem Kind morgens aber irgendetwas anziehen wirst, kannst du direkt auf die Auswahl der Kleidung achten. Deine Fotos werden wesentlich harmonischer wirken, wenn du Farben wählst, die gut zueinander passen und wenn du zudem unruhige, wilde Muster, große Prints oder Logos vermeidest.

4. Wähle für das Projekt einen Tag, an dem du keine weiteren Termine hast

Du kannst dich wesentlich besser auf das Fotografieren konzentrieren, wenn der Tag nicht durch das Wahrnehmen verschiedenster Termine geprägt ist. Natürlich soll das Fotoprojekt einen ganz realistischen Tag in eurem Alltag wiederspiegeln, aber es wird mit Sicherheit bei euch als Familie generell auch immer wieder Tage geben, an denen ihr keine Termine geplant habt. Es wird für dich wesentlich entspannter sein, wenn du dir solch einen Tag für die Umsetzung raussuchst.

5. Sei immer bereit

… sonst verpasst du unter Umständen die schönsten Momente. Denn gerade, wenn sich Kinder unbeobachtet fühlen, entstehen nochmal ganz besondere Fotomotive. Und nicht nur die Hauptsituationen wie Essen, Spielen oder Wickeln sind fotografisch gesehen lohnenswerte Momente, sondern auch die vielen kleinen Situationen „zwischendurch“.

6. Chaos gehört dazu

… und spiegelt euren Alltag mit Kindern realistisch wider. Lass dich dadurch nicht stören, denn nichts muss perfekt sein, sondern dieses Fotoprojekt soll das widerspiegeln, was ihr seid. Ich persönlich räume natürlich vorher auch etwas auf, aber das machen wir so gut wie jeden Abend und spiegelt damit unseren Alltag wider, so wie er ist. Auch achte ich bereits 2 Tage vorher darauf, dass ich beim Wechseln der Bettwäsche die weiße Bettwäsche wähle, denn ich möchte das meine Kinder voll im Fokus der Bilder stehen und nicht durch so Kleinigkeiten wie eine völlig wild gemusterte Bettwäsche (die wir ehrlich gesagt gar nicht besitzen) auf dem Bild untergehen.

Ich wünsche dir ganz viel Freude bei der Umsetzung dieses wertvollen Fotoprojektes! Aus den Bildern kannst du hinterher ein tolles Fotoalbum erstellen, denn zu einer reduzierten Auswahl der schönsten Fotos greift man einfach viel häufiger, als zu den großen Datenmengen auf der Festplatte.

Viel Spaß! 

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